Labordiagnostische Untersuchungen
Das Labor des Lehrstuhls für Tierschutz, Ethologie, Tierhygiene und Tierhaltung fungiert als zentrale methodische Infrastruktur zur experimentellen und analytischen Erfassung objektiver Tierwohlparameter in der Nutztierhaltung.
Seit diesem Jahr steht uns dafür nicht nur ein gut ausgestattetes Labor zur Verfügung, sondern auch ein vollständig eingericheter Laborbus, der flexibel eingesetzt werden kann. So können vor Ort gewonnene Proben direkt aufbereitet und, wenn notwendig, sofort analysiert werden.
Der Schwerpunkt unserer Untersuchungen liegt in der quantitativen Analyse physiologischer Parameter (z.B. Stressphysiologie) sowie der Erfassung und Bewertung struktureller Tierwohlindikatoren (z.B. Untersuchungen der Knochengesundheit durch digitales Röntgen) zur Beurteilung der Tiergesundheit.
Endokrine Analytik
Quantitative Bestimmung von Steroidhormonen und Immunglobulinen mittels ELISA
Bestimmt werden können
- IgG (Immunglobulin G) - dieses Immunglobulin ist zentral für die Langzeitimmunität, häufigstes Immunglobulin
- ACTH als Marker der HPA-Achsen-Aktivierung
- Glukokortikoide (Cortisol, Corticosteron) als Marker der HPA-Achsen-Aktivierung
- Sexualhormone, wie z.B. 17ß-Estradiol, als zentrales Hormon zur Bildung des medullären Knochens bei der Legehenne
Die Steroidhormone können in Exkrementen, Urin, Milch, Haaren, Federn, Plasma und Serum analysiert werden.
Bildgebende Diagnostik
Ein weiterer methodischer Schwerpunkt ist die digitale Radiographie z.B. zur standardisierten Erfassung von Brustbeinschäden (Keel Bone Damage) bei Legehennen.
Die radiologische Diagnostik stellt hier eine Möglichkeit der nicht-invasiven Erfassung und Beurteilung der Knochengesundheit dar und ermöglicht eine studienbezogene objektive Aussage zur Ätiologie und Manifestation von Brustbeinschäden. Es sind verschiedene etablierte Methoden zur Auswertung der Röntgenbilder etabliert.
Spurenelement-Analytik, ICP-OES
Mittels ICP-OES können essentielle Elemente in biologischen Proben (z. B. Knochen) quantifiziert werden. Die dafür notwendige Probenvorbereitung (Veraschung, Mikrowellenaufschluss) ist ebenfalls möglich. So kann der Mineralstoffstatus der Tiere bestimmt werden, häufig im Verhältnis zum Knochenbruch-Index.