Tierschutz, Verhaltenskunde, Tierhygiene und Tierhaltung
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DigiMilchPro - Arbeitspaket "Virtueller Weidezaun"

Anwendungsbeispiele für den Einsatz von digitalen Technologien, künstlicher Intelligenz, optimiertem Datenmanagement und Vernetzung von Geräten zur Verbesserung des Tierwohls und des Betriebs- und Weidemanagements in der Prozesskette Milcherzeugung.

Digitale Technologien eröffnen neue Perspektiven für die Milchviehhaltung und verbinden effizientes Betriebsmanagement mit Tierwohl und Ressourcenschonung. Hier setzt das Projekt DigiMilchPro an. Aufbauend auf den Strukturen des Vorgängerprojektes „DigiMilch“ werden innovative Anwendungen aus den Bereichen künstliche Intelligenz, Datenmanagement und Vernetzung weiterentwickelt und in die Praxis überführt. Im Zentrum von DigiMilchPro steht die Frage, wie digitale Technologien entlang der gesamten Prozesskette der Milcherzeugung eingesetzt werden können.

Im Rahmen des Projektes sollen vier Teilprojekte mit mehreren Themenschwerpunkten bearbeitet werden

    • Datenmanagement und Datenvernetzung im Feld mit
      • Vernetzung von Felddaten im Farmmanagement-Informationssystem (FMIS)
      • Teilflächenspezifische Grünlandbewirtschaftung
    • KI-Einsatz zur Verbesserung des Tierwohls mit
      • Indirekte automatische Lahmheitserkennung
      • Direkte automatische Lahmheitserkennung
      • Kombination der indirekten und direkten automatischen Lahmheitserkennung
      • Erfassung der tierindividuellen Hitzebelastung
    • Weidemanagement im Milchviehbetrieb mit
      • Automatische Melksysteme (AMS) und Weide
      • Virtuelle Weidezäune
    • Wissenstransfer mit
      • Wissenstransfer nach außen
      • Wissenstransfer zwischen den Experimentierfeldern

Die LMU München ist am Teilprojekt „3. Weidemanagement im Milchviehbetrieb“ im Arbeitspaket „3.2 Virtuelle Weidezäune“ beteiligt.

Virtuelle Weidezäune gewinnen als neue Technologie immer mehr an Bedeutung, jedoch ist deren Einsatz noch nicht abschließend bewertet. Das Ziel besteht in einer objektiven wissenschaftlichen Beurteilung der Belastung durch virtuelle Zäune gegenüber Elektro-Weidezäunen und in einer fundierten Einschätzung des Einsatzpotenzials unter deutschen Tierschutz- und Haftungsanforderungen. Hieraus sollen Empfehlungen zur tierschutzkonformen Anwendung (inkl. Anlernen der Tiere), zu Einsatzgrenzen und zum Unterstützungsbedarf für Landwirte abgeleitet werden. digimilch_01

Es werden zunächst geeignete Parameter zur Belastungsbewertung (Herzfrequenz, Aktivitäts- und Ruheverhalten, Wiederkauen, Fressdauer, Futteraufnahme, Messung von Stressparametern im Kot) definiert und ein virtuelles Zaunsystem beschafft. Anschließend werden auf einem Praxisbetrieb Kontroll- und Versuchsgruppen über zwei Weidesaison standardisiert an Elektro- bzw. virtuelle Zäune angelernt und im laufenden Weidebetrieb mit veränderten Zaungrenzen untersucht. Eine Datenerhebung, zu Weidemanagement und Arbeitszeitaufwand wird ergänzend durchgeführt.

Projektziele Gesamtprojekt

  1. Entwicklung neuer KI-Modelle zum Thema „Digitales Gesundheitsmonitoring“
  2. Wegbereitung virtueller Weidezaunsysteme in die Praxis
  3. Verbesserung der Kenntnisse über die Chancen und Risiken von Weidezugang bei Nutzung von AMS für die Landwirte, Berater und Hersteller
  4. Erweiterung der Ertragsdatenerfassung und -generierung im Grünland

Projektziele Arbeitspaket Virtuelle Weidezäune

  1. Objektive wissenschaftliche Bewertung der Netto-Belastung durch virtuelle Zäune gegenüber Elektro-Weidezäunen
  2. Fundierten Einschätzung des Einsatzpotenzials unter deutschen Tierschutz- und Haftungsanforderungen digimilchpro_3
  3. Empfehlungen zur tierschutzkonformen Anwendung (inkl. Anlernen der Tiere) und zu Einsatzgrenzen dieser Zaunsysteme


Förderung: Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH)

Förderkennzeichen: 28DE403D23

Projektträger: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)

Laufzeit: 01.12.2025 bis 30.09.2028

Projektpartner sind

  • Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) – Institut für Tierhaltung, Tierernährung und Futterwirtschaft sowie Institut für Landtechnik
  • Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) – Professur für Bioinformatik
  • Hochschule Osnabrück – Fakultät Agrarwissenschaften und Landschaftsarchitektur
  • Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) – Tierärztliche Fakultät – Lehrstuhl für Tierschutz, Ethologie, Tierhygiene und Tierhaltung

Ansprechpersonen an der LMU München
Prof. Dr. Helen Louton (Projektleitung) h.louton@lmu.de
PD Dr. Elke Rauch (Projektleitung) rauch@lmu.de
Vera Blumenthal v.blumenthal@lmu.de

Projektkoordination
Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL)

Ansprechpersonen
Dr. Isabella Lorenzini
Maria Schneider
DigiMilch@lfl.bayern.de
Telefon: +49 (0) 8161 8640 7338